Ein Chargeback fühlt sich an wie eine Ohrfeige — vor allem, wenn das Event längst stattgefunden hat. Keine Panik: in den meisten Fällen gewinnst du, wenn du sauber dokumentierst. Hier siehst du, wie der Prozess läuft und was du tun solltest.
Erstmal: Was ist ein Chargeback überhaupt?
Ein Chargeback (auch Rückbuchung oder Dispute) ist eine Anweisung der Bank der Käufer:in an Stripe, eine Zahlung rückgängig zu machen. Auslöser sind meistens:
- Karte gestohlen oder missbräuchlich verwendet:Die Käufer:in kennt die Bestellung nicht.
- Leistung nicht erbracht: Ticket war nicht gültig, Event hat nicht stattgefunden, eine Käufer:in wurde abgewiesen.
- Käufer:in erkennt die Belastung nicht: Häufig ein Missverständnis (siehe Artikel Doppelbuchung & unbekannte Belastung).
- „Friendly Fraud“: Käufer:in war beim Event, bucht trotzdem zurück, weil die Person den Trick kennt. Selten, aber existiert.
Solange ein Chargeback offen ist, hält Stripe den betreffenden Betrag von deiner Auszahlung zurück. Gewinnst du den Fall, bekommst du ihn zurück.
So verteidigst du dich erfolgreich
Sobald ein Chargeback bei Stripe ankommt, hast du in der Regel 7 Tage Zeit, Beweise einzureichen. Du wirst per E-Mail benachrichtigt und kannst direkt in Stripe (oder zukünftig im allvibesonly-Dashboard) die Evidence-Datei zusammenstellen.
Hilfreich sind:
- Ticket-Daten und Bestellbestätigung an die im Streit stehende E-Mail-Adresse.
- Einlass-Scan / QR-Scan-Log mit Zeitstempel (Beweis, dass der die Käufer:in das Event besucht hat).
- Storno-Bedingungen, die die Käufer:in beim Kauf akzeptiert hat — Screenshot oder Verweis auf AGB-Version.
- Eventuelle E-Mail-Korrespondenz mit der Käufer:in.
- IP-Adresse und Browser-Fingerprint der Bestellung (liefern wir).
Was passiert, wenn du verlierst
Verlorene Chargebacks bedeuten: der Betrag bleibt bei der Käufer:in, und zusätzlich berechnet Stripe meistens eine Bearbeitungsgebühr (~15 € aktuell, kann sich ändern). Häufen sich Chargebacks im Verhältnis zu deinen Transaktionen, kann Stripe deinem Account Einschränkungen auferlegen — bis hin zur Sperrung.
So beugst du Chargebacks vor
Die wirksamsten Maßnahmen sind unspektakulär:
- Eindeutiger Name der Veranstalter:in auf der Karten-Belastung (verhindert „kenne ich nicht“-Disputes).
- Klare, kommunizierte Storno-Bedingungen.
- Schnelle Antworten auf E-Mails von Käufer:innen — viele Disputes entstehen, weil sich Käufer:innen nicht gehört fühlen.
- Konsequente Einlass-Kontrolle mit QR-Scan — das Log ist Gold wert.
Wenn du unsicher bist, ob du einen Dispute gewinnst: schreib uns, wir schauen mit dir gemeinsam auf den Fall.